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Exkursion nach Berlin und Potsdam
Im Rahmen der Exkursionswoche am Pestalozzi-Gymnasium vom 21. bis 25. September hatten wir Schüler der Jahrgangsstufen 11 bis 13 verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Während sich andere Gruppen zusammenfanden, um sich in der Hansestadt Hamburg frischen Seewind um die Nase wehen zu lassen, auf der Spree an einer sportlichen Paddeltour teilzunehmen, in Freiberg ins spannende Erdreich einzudringen, wie die – diesmal doch privilegierten Latein-Schüler – Europas Kulturmetropole Rom zu bestaunen oder einfach daheim in der guten alten Schule verschiedene Projekte durchzuführen, entschlossen wir uns, Frau Plietz und Herrn Käbisch in unsere Landeshauptstadt Potsdam zu begleiten.
Am Montag trafen wir uns also ausgeruht um kurz nach neun Uhr vormittags – einer für uns Schüler und Lehrer doch erträglichen Zeit – am Gubener Bahnhof und schon ging es über Cottbus los Richtung Berlin. In Cottbus hatten wir dann auch alle unsere Mitreisenden eingesammelt und erreichten dann gerade noch zum Mittagessen unser Jugendgästehaus „Siebenschläfer“ in Potsdam. Gleich nach dem Auspacken stand auch schon ein Bus für unsere „Stadtrundfahrt der anderen Art“ vor der Tür bereit und so lernten wir auf einer informativen Tour das barocke Potsdam mit seinem, in der späten Nachmittagssonne noch viel beeindruckenderen Schloss Sanssouci, seinen Palästen, dem Holländer Viertel, der Russischen Kolonie und den vielen Gärten näher kennen und statteten sogar Günther Jauch und der Familie Jolie-Pitt einen Besuch ab – leider waren diese nicht zu Hause. Zurück im Jugendgästehaus konnten wir unsere leeren Mägen dann ordentlich mit gegrillten Leckereien und Nudelsalat füllen.
Am Dienstag hatten wir dann auch schon ein Paar Termine in Berlin. Als erstes wartete die Neue Nationalgalerie mit der Ausstellung „Bilderträume“ auf uns; surrealistische Werke aus der Sammlung von Ulla und Heiner Pietzsch. Nach einer interessanten Führung durch die Welt des Unterbewussten der zahlreichen „überreellen“ Künstler stand eine dreistündige City-Tour auf dem Terminplan, es ging per Schiff über Spree und Landwehrkanal quer durch Berlin. Anschließend hatten wir abends noch etwas Zeit, die Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden.
Der dritte Tag unserer Exkursion war wohl der wörtlich „bildungsreichste“, denn wir besuchten gleich zwei höhere Bildungseinrichtungen. Zuerst ging es in die Universität Potsdam, wo wir nach einer kurzen Vorstellung der uns begleitenden Studenten in Gruppen Informationen rund um das Studium herausarbeiteten und präsentierten. Die Qual der Wahl zwischen Fachhochschule und Universität und ihre Unterschiede, Bewerbungsformen, Finanzierungsmöglichkeiten, Abschlüsse – dies alles waren Themen, die wir diskutierten. Nach einer kurzen Mittagspause in der Mensa der UP ging es weiter mit einer informativen und anschaulichen Präsentation zum „Studieren und Praktikum im Ausland“. Auch hier wurden wieder zahlreiche Fragen und Sorgen geklärt, Vor- und Nachteile sowie Möglichkeiten zur Finanzierung und Stipendien diskutiert. In der Fachhochschule Potsdam wurde uns dann auch kurz darauf, wie zuvor in der UP, das Studienangebot vorgestellt und durch eine kleine „Rätselrunde“ lernten wir auch einige Studienfächer etwas näher kennen sowie die Unterschiede zur Universität. Auch eine kleine „Campus-Ralley“ zum Besichtigen des FH-Geländes war geplant, diese fiel jedoch etwas kürzer aus, was und aber Zeit verschaffte, endlich die Potsdamer Innenstadt mit seinem „Brandenburger Tor“ und dem Holländer Viertel aus nächster Nähe zu bewundern.
Am Morgen des vierten und eigentlich auch schon letzten „richtigen“ Tages fuhren wir morgens noch einmal nach Berlin zum „Alex“, um uns dort die Open-Air-Ausstellung „20 Jahre Mauerfall“ und anschließend ein selbst gewähltes Museum anzusehen, worüber ein kurzer inhaltlicher Bericht geschrieben werden sollte. Der Spitzenkandidat war dort wohl das Museum für Kommunikation, in dem letztendlich doch sogar so mancher Museumsmuffel zumindest ein bisschen von der allgemein ausbrechenden kindhaften Begeisterung für den Fußball spielenden Roboter, die manuellen Ampelanlagen oder die „antiken“ Telefone angesteckt wurde. So fand sich ein Großteil unserer Gruppe irgendwann im Laufe des Nachmittags entweder in Museen oder später auch im Einkaufs-Paradies „Alexa“ wieder und nach mehr oder weniger allgemeinem Shoppingfrust war für den Abend noch ein Theaterbesuch der „Goldberg-Variationen“ angesetzt. Allerdings verlief für einen Teil von uns der Weg zum Berliner Ensemble dann doch nicht so normal wie geplant, denn die momentan teils chaotische Übergangssituation im Berliner U- und S-Bahnverkehr verhalf uns statt einem langweiligen „Zum-Theater-Fahren“ zu einer abenteuerlichen und im Laufe der Zeit immer fröhlicher werdenden „Jagd“ durch die nächtlichen Straßen von Berlin. Schließlich kamen wir auch gerade noch pünktlich und nach dem Shoppingfrust wieder (zumindest geistig) aufgefrischt und bei bester Laune mit quietschenden Sohlen vor dem schon mit den Eintrittskarten in der Hand wartenden Herr Käbisch zum Stehen und konnten dann doch noch relativ aufnahmefähig die anspruchsvolle Vorstellung verfolgen.
Später ließen wir zurück in Potsdam gemeinsam unseren letzten Abend auf den Zimmern ausklingen und waren so am Freitag Mittag mit hungrigen Mägen aber vorerst kulturell gesättigten Geistern wieder zurück in Guben

Von Hauptstädten und erfrischenden Museums(be)suchen
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